{"id":651,"date":"2014-11-20T09:02:10","date_gmt":"2014-11-20T08:02:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/?p=651"},"modified":"2014-11-20T14:36:17","modified_gmt":"2014-11-20T13:36:17","slug":"rechtsprechungsuebersicht-zwangsrente","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/?p=651","title":{"rendered":"Rechtsprechungs?bersicht Zwangsrente"},"content":{"rendered":"<p>Um die Arbeitsmarktstatistik zu bereinigen, werden jenen ALG II-Empf?ngern, die das 63. Lebensjahr vollenden,  ?Aufforderungen zu Beantragung einer vorgezogenen Altersrente ?bersandt ( ? 5 SGB II und  ?12a SGB II).<\/p>\n<p>Nachfolgend soll kurz ein ?berblick ?ber Rechtsschutzm?glichkeiten gegeben werden.<\/p>\n<p>1. Zeitpunkt der Aufforderung<\/p>\n<p>Die Aufforderung kann erst nach Vollendung des 63. Lebensjahres erfolgen. Aufforderungen, die vor Vollendung des 63. Lebensjahres auffordern, &#8222;umgehend nach Erhalt dieses Schreibens&#8220; Rente zu beantragen sind rechtswidrig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielmehr sollte man erw?gen, umgehend nach Erhalt Widerspruch einzulegen und einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz zustellen.<\/p>\n<p>2. Verletzung von Mitwirkungspflichten<\/p>\n<p>Im Falle der Nichtbeantragung von Rente d?rfen die Leistungen NICHT nach  ? 60 SGB I,  ? 66 SGB I eingestellt werden. Wenn der Leistungstr?ger der Meinung ist, es m?sse Rente beantragt werden, kann er dies selbst tun (<a href=\"https:\/\/sozialgerichtsbarkeit.de\/sgb\/esgb\/show.php?modul=esgb&amp;id=86317\" target=\"_blank\">LSG Sachsen-Anhalt, 12.01.2009 &#8211; L 5 B 284\/08 AS ER<\/a>)<\/p>\n<p>3. Aus?bung von Ermessen<\/p>\n<p>Die Aufforderung, die vorgezogene Altersrente zu beantragen,ist eine Ermessensentscheidung. Sie mu\u00df also nicht zwangsl?ufig ausgesprochen werden, sondern die Beh?rde (JobCenter, Kommune) mu\u00df sozusagen, alles was f?r und gegen die den Rentenbezug spricht, gegeneinander abw?gen (vgl. hierzu diesen Beitrag: <a title=\"Zwangsrente III\" href=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/?p=588\" target=\"_blank\">Beschluss des SG Berlin vom ?om 04.04.2014<\/a> ?<a href=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/S-167-AS-6266_14ER.pdf\">S 167 AS 6266_14ER<\/a> ?oder diesen <a title=\"\u201cZwangsrente\u201d mit 63- Ermessensentscheidung notwendig\" href=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/?p=542\" target=\"_blank\">Beitrag<\/a>)<\/p>\n<p>Hier im ?brigen ein Bescheid, der alles falsch macht, was man falsch machen kann:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-654\" src=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/FullSizeRender-300x145.jpg\" alt=\"Alles Falsch\" width=\"300\" height=\"145\" srcset=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/FullSizeRender-300x145.jpg 300w, http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/FullSizeRender.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Aufforderungsbescheid ? ?ist die h?ufigste Fehlerquelle. So mu\u00df n?mlich zuvor der Sachverhalt (Rentenh?he,Abschl?ge etc.) hinreichend ermittelt werden.<\/p>\n<p>Bereits gegen die Aufforderung zur Beantragung m?ssen Rechtsmittel ergriffen werden, wobei angesichts der Tatsache, das hier schwierige juristische Fragen sich stellen, sich rechtlicher Rat gesucht werden sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr als einem Mandanten wurden derartige Schreiben (Erledigungserkl?rung) vom Sozialgericht ?bersandt, da\u00df man den selbst gestellten ?Rechtsschutzantrag zur?cknehmen solle:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/FullSizeRender1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-657\" src=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/FullSizeRender1-287x300.jpg\" alt=\"FullSizeRender\" width=\"287\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/FullSizeRender1-287x300.jpg 287w, http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/FullSizeRender1.jpg 614w\" sizes=\"auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was sich jedoch im Ergebnis nicht ratsam war, da sich das Verfahren wegen bekannter Rechtslage dann doch erfolgreich war (<a href=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/BeschlussRente.pdf\">Beschluss des SG Berlin vom 10.10.2014<\/a> ?).<\/p>\n<p>So ist die Zwangsverrentung rechtswidrig, wenn dauerhaft SGB XII-Leistungen bezogen werden m?ssten, obwohl die abschlagsfreie Rente mit 65 dauerhaft Hilfebed?rftigkeit vermieden werden kann (z.B.: Beschluss des Landessozialgerichtes Berlin-Brandenburg vom ?<a href=\"https:\/\/sozialgerichtsbarkeit.de\/sgb\/esgb\/show.php?modul=esgb&amp;id=172794\" target=\"_blank\"> ?25.06.2014 &#8211; L 31 AS 800\/14 B ER<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch eine bestehende Eingliederungsvereinbarung &#8222;sch?tzt&#8220; vorl?ufig vor der Beantragung der Rente ( ?<a href=\"http:\/\/www.gerichtsentscheidungen.berlin-brandenburg.de\/jportal\/?quelle=jlink&amp;docid=JURE130017949&amp;psml=sammlung.psml&amp;max=true&amp;bs=10\"> ?Beschluss des LSG BRB zur vorgezogenen Altersrente ab 63 vom 27.09.2013<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H?ufig ziehen sich die JobCenter bei der Pr?fung des Ermessens allein aufziehe sog. Unbilligkeitsverordnung zur?ck. Nach einer in der Rechtsprechung vertretenen Ansicht  ?(z.B.: ?<a href=\"https:\/\/sozialgerichtsbarkeit.de\/sgb\/esgb\/show.php?modul=esgb&amp;id=170194\" target=\"_blank\">LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 19.05.2014 &#8211; L 7 AS 545\/14 B ER<\/a>) ist die Unbilligkeitsverordnung jedoch nicht abschlie\u00dfend, es liegt dann wohl ein Ermessensausfall vor.<\/p>\n<p>4. Rentenantrag gestellt, obwohl man eigentlich musste?<\/p>\n<p>Ungleich komplizierter wird der Fall, wenn Rente beantragt worden ist, obwohl man &#8211; z.B. aus den oben ausgef?hrten Gr?nden  ?gar nicht verpflichtet war. Hierzu bietet es sich an, einen ? ?Verzicht nach<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_1\/__46.html\" target=\"_blank\">  ? 46 SGB I  ?<\/a>zu erkl?ren um im Rahmen des Abs. 2 des  ? 46 SGB I zu ?berpr?fen, ob ein anderer Leistungstr?ger (=JobCenter) umgangen wird. In Betracht kommt auch, das JobCenter zu verpflichten, den Rentenantrag zur?ckzunehmen (so wohl <a href=\"https:\/\/sozialgerichtsbarkeit.de\/sgb\/esgb\/show.php?modul=esgb&amp;id=171055\" target=\"_blank\">SG Cottbus Urteil vom 15.05.2014, ?S 14 AS 4304\/13<\/a>)<\/p>\n<p>Zeitgleich m?sste, da SGB II-Leistungen nicht r?ckwirkend geleistet werden d?rfen, ein SGB II- Antrag gestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Arbeitsmarktstatistik zu bereinigen, werden jenen ALG II-Empf?ngern, die das 63. Lebensjahr vollenden, ?Aufforderungen zu Beantragung einer vorgezogenen Altersrente ?bersandt ( ? 5 SGB II und ?12a SGB II). Nachfolgend soll kurz ein ?berblick ?ber Rechtsschutzm?glichkeiten gegeben werden. 1. Zeitpunkt der Aufforderung Die Aufforderung kann erst nach Vollendung des 63. Lebensjahres erfolgen. 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