{"id":1252,"date":"2024-08-01T11:05:41","date_gmt":"2024-08-01T10:05:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/?p=1252"},"modified":"2024-08-01T11:05:41","modified_gmt":"2024-08-01T10:05:41","slug":"keine-versagung-oder-entziehung-bei-versagtem-rentenantrag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/?p=1252","title":{"rendered":"Keine Versagung oder Entziehung bei versagtem  Rentenantrag"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Im vorliegenden Fall ging einiges schief: die Mandantin stellte bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Erwerbsunf?higkeitsrente, die jedoch wegen fehlender Mitwirkung versagt worden ist; diese Information erreichte jedoch nur das Jobcenter.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses hat daraufhin die Leistungen nach ? 5 SGB II entzogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist rechtswidrig.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon nach dem Wortlaut des ? 5 SGB II ist dies n?mlich nur m?glich, wenn ein Antrag des JobCenters vorliegt; dies setzt voraus, dass das JobCenter zur Antragstellung auffordert und dieser Antrag nicht erfolgt. Wenn ein selbst gestellter Antrag abgelehnt wird, ist der Anwendungsbereich f?r eine Versagung bzw. Entziehung nicht er?ffnet. <\/p>\n\n\n\n<p>Das SG Berlin f?hrt daher in seinem Beschluss zutreffend aus:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Nach ? 5 Abs. 3 S. 3 SGB II sind Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II ganz oder teilweise so lange zu entziehen oder zu versagen, bis die Leistungsberechtigte Person ihren Mitwirkungsverpflichtungen gegen?ber dem anderen Tr?ger nachgekommen ist, wenn Leistungen aufgrund eines Antrages nach S. 1 von einem anderen Tr?ger nach ? 66 SGB I bestandskr?ftig entzogen oder versagt worden sind. Nach S. 1 der Vorschrift k?nnen Leistungstr?ger nach diesem Buch den Antrag stellen, wenn Leistungsberechtigte trotz Aufforderung einen erforderlichen Antrag auf Leistungen eines anderen Tr?gers nicht stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Vorliegend hat aber nicht der Antragsgegner, sondern die Antragstellerin (&#8230;) selbst den Antrag bei der Rentenversicherung gestellt, sodass die Voraussetzungen des<br>? 5 Abs. 3 S. 3 SGB II schon nach seinem Wortlaut keine Anwendung finden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Daher sind die Leistungen weiter zu zahlen. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.ra-fuesslein.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/S_127_AS_3296_24_ER_Beschluss.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Beschluss des SG Berlin vom 29.07.2024- <strong>S 127 AS 3296\/24 ER<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vorliegenden Fall ging einiges schief: die Mandantin stellte bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Erwerbsunf?higkeitsrente, die jedoch wegen fehlender Mitwirkung versagt worden ist; diese Information erreichte jedoch nur das Jobcenter. 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